Projektidee
Windenergie im Hofoldinger Forst

Aktuelles

Neuer Schub für Windenergie im Hofoldinger Forst

München/Miesbach, 2.8.2019 - PRESSEMITTEILUNG der Landkreise München und Miesbach 

101 Windräder erzeugen heute bereits in den Bayerischen Staatsforsten Windenergie.
 
100 weitere Anlagen sollen nach Plänen der Bayerischen Staatsregierung folgen. Vor allem bereits durch Forstwege erschlossene Gebiete mit Fichten-Monokulturen, wie sie auch im Hofoldinger Forst zu finden sind, könnten dabei mögliche Standorte werden. Die ARGE Windenergie Hofoldinger Forst will deshalb ihre Planungen intensivieren und hierzu einen Standortsicherungsvertrag mit den Staatsforsten schließen.
 
Das Ziel ist, Großinvestitionen von Dritten in Windkraft-Anlagen im Hofoldinger Forst zu verhindern und die kommunale Planungshoheit zu bewahren. Vor allem auch, um eine angemessene Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der betreffenden Kommunen im Planungsprozess sicherzustellen.

Die Aufgabe

Klimaschutz geht uns alle an – weil jeder vom Klimawandel betroffen ist und zukünftig noch stärker betroffen sein wird. Jeder muss deshalb seinen Beitrag leisten, damit klimaschädliche Emissionen reduziert werden. Nur so kann der Klimawandel gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Entscheidend ist aber auch, wo und wie unsere Energie erzeugt wird. Das kann und darf nicht „irgendwo" geschehen, sondern muss vor Ort in unseren Gemeinden passieren.
 
Mit seiner 29++ Klima. Energie. Initiative. übernimmt der Landkreis München gemeinsam mit seinen 29 Städten und Gemeinden aktiv Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und treibt die Energiewende im lokalen Bereich voran. Auch der Landkreis Miesbach hat den Klimawandel frühzeitig als eines der drängendsten Probleme für die Menschheit erkannt und unterstützt maßgeblich - gemeinsam mit drei weiteren Landkreisen - die Energiewende Oberland, eine der größten Bürgerstiftungen im Klimaschutz in Deutschland.
 
Die dringend notwendige Energiewende kann nur gelingen, wenn alle verfügbaren Ressourcen im Bereich Erneuerbare Energien genutzt werden. Deshalb genügt es nicht, Offshore-Windparks in der Nordsee zu fordern. Auch wir im Süden, wo – schon allein aufgrund der guten Wirtschaftslage – die meiste Energie verbraucht wird, müssen bereit sein, unseren Beitrag zu leisten: mit Wasserkraftwerken, mit Solarparks, aber auch mit Windenergie-Anlagen. An Standorten, die sich gut dafür eignen und die raumverträglich sind – wie zum Beispiel im Hofoldinger Forst.

Die ARGE


Windenergie-Anlagen sind weithin sichtbar, auch über die Gemeindegrenzen hinweg. Um ein Windenergie-Projekt möglichst raumverträglich und unter Wahrung der Interessen der einheimischen Bevölkerung zu prüfen, haben sich die vier Gemeinden Aying, Brunnthal, Sauerlach und Otterfing dazu entschlossen, das Projekt Windenergie im Hofoldinger Forst in interkommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln. Bereits im Jahr 2013 haben sie sich in der „Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst" (ARGE) zusammengeschlossen, 2016 sind auf Bitten der Gemeinden auch die Landkreise München und Miesbach der ARGE beigetreten.
 
Ziel der ARGE ist es, in gemeinsamer Planung Konzentrationszonen für Windenergieanlagen auszuweisen und – sofern sich die Windenergienutzung als wirtschaftlich erweisen sollte – den Planvollzug so zu steuern, dass die Bevölkerung vor Beeinträchtigungen geschützt, das charakteristische Landschaftsbild sowie Flora und Fauna erhalten und eine hohe regionale Wertschöpfung erreicht wird.
 
In den ersten Jahren sprachen die äußeren Rahmenbedingungen zunächst gegen eine wirtschaftliche Erzeugung von Windstrom im Hofoldinger Forst. Diese Situation hat sich seit Mitte 2018 grundlegend geändert, insbesondere weil heute neue und viel leistungsfähigere Windenergieanlagen für Schwachwindstandorte auf dem Markt sind. Auch die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist in den derzeitigen Ausschreibungsrunden deutlich höher.
 
Der ARGE ist bewusst, dass angesichts der immer dringlicher werdenden Klimaproblematik und des beschlossenen Atom- und Kohleausstiegs die wenigen für Windkraft zur Verfügung stehenden Flächen immer begehrter werden – vor allem auch bei privaten Investoren. Um das Wohl der Kommunen, die Flora und Fauna im Hofoldinger Forst und die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen, hat sich die ARGE dazu entschieden, selber Einfluss auf die Planung zu nehmen und die Prüfung eines Windenergieprojekts zunächst in eigener Zuständigkeit zu behalten.
 
Eine abschließende Entscheidung, ob im Hofoldinger Forst Windräder entstehen sollen, ist bisher nicht gefallen.
 
Hierfür müssen noch wesentliche Informationen zur Windhöffigkeit erhoben und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt werden. Ein für mögliche weitere Planungen erforderliches Windgutachten wurde bisher nicht beauftragt. Die Gespräche dazu sollen voraussichtlich Ende September 2019 fortgeführt werden.

 Bürgerwindpark Fuchstal

Der Standort

Der Hofoldinger Forst ist eine mehr als 27 Quadratkilometer große zusammenhängende Waldfläche, die sich auf die vier Gemeinden Brunnthal (11,0 km²), Aying (10,3 km²), Sauerlach (3,1 km²) und Otterfing (2,8 km²) erstreckt. Die Autobahn A8 verläuft durch das Gebiet in nord-südlicher Richtung. Auf vier Standorten nahe der Autobahn und mehr als zwei Kilometer von jeder Siedlung entfernt könnte nach den ersten Einschätzungen jeweils eine Windenergieanlage errichtet werden. Durch die bereits vorhandene gute Erschließung des Gebiets mit Forstwegen könnten die Baumaßnahmen besonders umweltverträglich durchgeführt werden. Zudem gibt es bereits jetzt viele Freiflächen, an denen nach Windbruch und Borkenkäfer-Befall schon viele Bäume gefällt wurden und somit für potentielle Bauflächen relativ wenige Bäume gefällt werden müssten.
 
Die erforderlichen Eingriffe lassen sich daher auf ein Minimum reduzieren, sodass der Flächenbedarf je Windenergieanlage voraussichtlich bei nur 2.500 m² liegen wird (der durchschnittliche Flächenbedarf einer Windenergieanlage liegt mit rund 3.750 m² bei etwa der Hälfte eines Fußballfeldes). Zum Vergleich: Der Hofoldinger Forst erstreckt sich auf einer Fläche von über 27 km² – vier Windenergieanlagen würden somit weniger als 0,4 % der gesamten Waldfläche ausmachen.

Noch dazu steht in jedem Falle fest: Durch die Errichtung von Windenergieanlagen im Hofoldinger Forst wird sich die Waldfläche nicht verringern. Der Hofoldinger Forst ist als Bannwald ausgewiesen. Das bedeutet, dass jede aus der Waldnutzung fallende Fläche in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Forst durch Wiederaufforstung nicht bewaldeter Flächen ausgeglichen werden muss. Klar ist, dass die Aufforstung höchsten Anforderungen an die Qualität der Kompensation z.B. hinsichtlich der Baumartenzusammensetzung oder der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel genügen wird. Der Forst hat dadurch die Chance sich nachhaltig gesund zu entwickeln.


Hofoldinger Forst

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Wir stehen Ihnen zur Verfügung

Ansprechpartner

Für Ihre Fragen und Anliegen rund um das Thema Windenergie und das mögliche Projekt im Hofoldinger Forst steht Ihnen die Servicestelle Wind der Energieagentur Ebersberg-München gGmbH jederzeit gerne zur Verfügung.

Servicestelle Wind der Energieagentur Ebersberg-München gGmbH

servicestelle-wind@ea-ebe-m.de
08092 33090-40

 

Für konkrete Fragen zum weiteren möglichen Fortgang der Projektidee sowie zur Arbeitsgemeinschaft Windenergie im Hofoldinger Forst können Sie sich darüber hinaus auch direkt an die ARGE wenden.

ARGE Windenergie im Hofoldinger Forst

arge@windenergie-hofoldinger-forst.de